Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam

Presseinformationen

1/2019: Die Dauerausstellung in der Gedenkstätte Leistikowstraße Potsdam wird erweitert

16. Januar 2019

Nr.: 1/2019

Die Dauerausstellung in der Gedenk- und Begegnungsstätte Potsdam wird um den Themenraum „Verurteilt. Verschleppt. Verschwiegen“ erweitert, der am Dienstag, 22. Januar 2019, um 18.00 Uhr eröffnet wird. Mit Hilfe von einzigartigen Fotos, Kassibern und Objekten wie einer Wattejacke und einem Handkoffer aus dem Gulag werden die Verurteilungspraxis sowjetischer Militärtribunale und das weitere Schicksal der Gefangenen des Untersuchungsgefängnisses in der Leistikowstraße dargestellt. Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung präsentieren junge Erwachsene eine szenische Lesung aus Erinnerungsberichten und Dokumenten.

Hunderte Häftlinge wurden nach ihrem Prozess aus dem Gefängnis in der Potsdamer Leistikowstraße in Speziallager in der sowjetischen Besatzungszone und später in DDR-Gefängnisse verbracht. Über 100 Inhaftierte erhielten Todesurteile und wurden hingerichtet. Viele arbeitsfähige Gefangene mussten ihre Strafen in Gulag-Lagern in der Sowjetunion verbüßen. Dort mussten sie unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten. Die deutschen Inhaftierten kehrten zumeist Mitte der 1950er Jahre nach Hause zurück. Über das Schicksal der sowjetischen Inhaftierten nach der Entlassung ist nur wenig bekannt. Viele ehemalige Häftlinge litten unter physischen und psychischen Folgen der Haft.

Im neuen Ausstellungsraum im Obergeschoss des historischen Gefängnisgebäudes ist neben Fotos, Dokumenten und Objekten aus dem Besitz ehemaliger Häftlinge auch eine animierte Projektion mit Zeugnissen von Inhaftierten zu sehen. In einer Medienstation können weiterführende Informationen zu insgesamt 15 Haftschicksalen und Themen sowie Infografiken und Karten abgerufen werden. Die Gesamtkosten für die Ausstellungserweiterung betragen 70.000 Euro, die jeweils zur Hälfte vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien bereitgestellt wurden.

Die 2012 eröffnete Dauerausstellung „Sowjetisches Untersuchungsgefängnis Leistikowstraße Potsdam" erzählt auf rund 1000 m² die Geschichte des zentralen Untersuchungsgefängnisses der sowjetischen militärischen Spionageabwehr in der SBZ/DDR. Sie berichtet vor allem über die Menschen, die hier unter Folter, Angst und völlig unzureichender Versorgung litten.

Einladungskarte (PDF)

Informationen zum Begleitprogramm zur Ausstellung, das eine Kuratorenführung, eine Filmvorführung mit Zeitzeugengespräch und einen Vortrag über die Täterdebatte im heutigen Russland umfasst, finden Sie unter www.leistikowstrasse-sbg.de.

 

Dienstag, 22. Januar 2019, 18.00 Uhr
Eröffnung des Themenraumes „Verurteilt. Verschleppt. Verschwiegen. Prozesse, Strafverbüßung und Leben nach der Haft“

 

Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam
in der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
Leistikowstraße 1, 14469 Potsdam

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 13.00 bis 17.00 Uhr
Montag geschlossen
Führungen: Dienstag bis Sonntag 10.00 bis 18.00 Uhr nach Voranmeldung

Information: www.leistikowstrasse-sbg.de
www.facebook.com/leistikowstr/

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