Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam

Führungen und Projekte

Die Gedenkstätte Leistikowstraße versteht sich als besonderer außerschulischer Lernort. Er bietet Schülerinnen und Schülern und Studierenden die Chance, sich am konkreten historischen Ort mit den Themen Nachkriegsordnung, sowjetische Repression und Spionage im Kalten Krieg auseinanderzusetzen. In pädagogischen Projekten erarbeiten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter Anleitung individuell die Geschichte des Ortes. Die umfangreiche Sammlung an Originaldokumenten und historischen Fotografien bietet die Möglichkeit zur intensiven Beschäftigung mit Einzelschicksalen ehemaliger Inhaftierter. Für die Auseinandersetzung mit den Themen Erinnerung und Zeitzeugen stehen Medienstationen mit Interviews ehemaliger Häftlinge bereit.

Eine Berufsschulklasse bei ihrer Führung durch den Kellertrakt

Führungen (ab Jahrgangsstufe 9 | 1 Stunde | 25 Euro pro Gruppe mit 19 Personen)

Eingebettet in die historischen Themen Zweiter Weltkrieg, alliierte Nachkriegsordnung und Kalter Krieg, gibt eine Führung durch das ehemalige sowjetische Geheimdienstgefängnis einen Überblick über die besondere Geschichte des Ortes. Einen Schwerpunkt bilden Biografien ehemaliger Häftlinge. Medienstationen bieten Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit den Erinnerungen ehemaliger Häftlinge.

Für Kinder und Jugendliche bis Jahrgangsstufe 8 bieten wir Führungen durch die ehemalige Geheimdienststadt „Militärstädtchen Nr. 7“ an. Bitte beachten Sie für diese Altersstufen auch unser Projektangebot "Schülerrallye" (siehe unten).

Für eine Führungsbuchung nutzen Sie bitte unserAnmeldeformular. Bitte melden Sie Ihre Gruppe mindestens zwei Wochen vor dem gewünschten Termin an. Für Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Projektangebote

Um Schülerinnen und Schülern sowie Studierenden eine individuelle Auseinandersetzung mit der Geschichte des Ortes zu ermöglichen, bietet die Gedenkstätte eine Vielzahl pädagogischer Projekte an. Die Dauer der Projekte variiert zwischen zwei und vier Stunden (ausreichende Pausen werden berücksichtigt). Ziel ist es, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern neben der Geschichte des Ortes auch Methodenwissen in den Bereichen Zeitzeugen, Erinnerungskultur und Quellenanalyse zu vermitteln.

Die Schülerrallye macht Halt vor dem ehemaligen Wohnhaus der Geheimdienstchefs

Schülerrallye (Jahrgangsstufe 4 bis 8 | 2 Stunden | 37 Euro)

Ausgerüstet mit Fotohandy, Zollstock, Stift und Papier erkunden die Schülerinnen und Schüler die für Passanten oft verborgenen Spuren der ehemaligen Geheimdienststadt „Militärstädtchen Nr. 7“. Bei einem Rundgang durch das historische Gelände entdecken sie bauliche Relikte, russische Inschriften in Bäumen und Bordsteinen sowie historische Fotos, die einen Eindruck von der jahrzehntelangen Nutzung durch Geheimdienst und Militär vermitteln. Die Schülerinnen und Schüler sollen die gefundenen Spuren als historische Quellen wahrnehmen und aus ihnen Informationen zur Geschichte des Ortes ableiten. Abschließend soll auch der historische und räumliche Kontext der Spuren nachvollzogen werden.

Schüler bei der Spurensuche in einer Kellerzelle

Spurensuche in der Dauerausstellung (ab Jahrgangsstufe 9 | 4 Stunden | 75 Euro)

Die Dauerausstellung im authentisch erhaltenen Gefängnisgebäude dient als Ausgangspunkt für eine individuelle Spurensuche. Zum Einstieg nehmen die Schülerinnen und Schüler an einer 60-minütigen Führung teil, um einen ersten Eindruck vom Ort zu bekommen und seine Geschichte in den historischen Kontext einordnen zu können. Mithilfe von Arbeitsblättern setzen sie sich nach einer Pause eigenständig mit dem Gefängnis und seiner Geschichte auseinander. Aus Spuren, Überblicks- und Objekttexten, Fotos und Zeitzeugeninterviews werden Informationen zu verschiedenen Themen und Biografien der Ausstellung zusammengetragen. Inbegriffen ist jeweils auch eine individuelle und kreative Aufgabe, die zur kritischen Reflexion und Stellungnahme zu den erarbeiteten Ergebnissen anregen soll. Im Anschluss erfolgen gegenseitige Vorstellungen der Arbeitsergebnisse und die Diskussion in der Gruppe.

Schülerin und Schüler in der Diskussion

Biografisches Lernen (ab Jahrgangsstufe 9 | 4 Stunden | 75 Euro)

Das umfangreiche Erinnerungsarchiv der Gedenkstätte kann für biografisches Lernen genutzt werden. Anhand verschiedener Quellen wie Dokumente, Fotos und Zeitzeugeninterviews können sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Biografie eines ehemaligen Häftlings selbst erarbeiten. Sie tragen Informationen über Herkunft, Alter, Haftgründe und Gefängnisalltag zusammen und setzen sie zu dem historischen Kontext und ihrem Wissen aus der Führung in Relation. Durch die Arbeit mit Kleingruppen können zunächst mehrere individuelle Einzelschicksale beleuchtet werden. Im Anschluss erfolgt eine gegenseitige Vorstellung der Biografien. So entsteht ein multiperspektivischer Zugang zur heterogenen Häftlingsgesellschaft des Gefängnisses Leistikowstraße.

Zeitzeugeninterviews bieten Einblicke in persönliche Erinnerungen der Häftlinge

Zeitzeugen in Ausstellungen (ab Jahrgangsstufe 9 | 4 Stunden | 75 Euro)

Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sind aus der Erinnerungskultur nicht wegzudenken. In Gedenkstätten berichten sie von ihren Erlebnissen an diesen authentischen Orten, in der Bildungsarbeit gehören Zeitzeugengespräche zu den am häufigsten nachgefragten Formaten, Medienbeiträge zu historischen Thematiken verzichten selten auf Stimmen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Doch was genau sind eigentlich Zeitzeugen? Sind die Schülerinnen und Schüler auch Zeitzeugen? Und wie genau kommen Zeitzeugen in der Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße zu Wort? Welche Rolle haben sie in der Dauerausstellung? Diesen Fragen geht der Projekttag nach.

Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten sich eigenständig und teilweise spielerisch Antworten. Sie nähern sich in Gruppenarbeit den Zeitzeugeninterviews in der Ausstellung. Vermittelt werden soll Methodenkompetenz im Umgang mit Zeitzeugenberichten. Darüber hinaus möchte das Projekt dafür sensibilisieren, welche große Bedeutung die Zeitzeugen für den authentischen Ort haben.

Das Projekt schafft die Möglichkeit, mit Zeitzeugenberichten zu arbeiten – gerade auch vor der Herausforderung, dass die ehemaligen Häftlinge zu alt werden, um persönlich für ein Gespräch mit Schülerinnen und Schüler zur Verfügung zu stehen.

Ein Teilnehmer des Projekts "Fotos als historische Quelle".

Fotos als historische Quelle (ab Jahrgangsstufe 9 | 4 Stunden | 75 Euro)

Die individuelle Erkundung des authentisch erhalten gebliebenen Geheimdienstgefängnisses steht bei diesem Projekttag im Vordergrund. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden angeregt, den historischen Ort mit Hilfe ihrer Kameras oder Smartphones selbständig zu entdecken und damit einen eigenen Blick auf die Geschichte des Hauses sowie die mit ihr verbundenen Schicksale zu entwickeln. Kleingruppen nehmen die Fotos auf, die sie später in der Gesamtgruppe besprechen und reflektieren.

Nach einer 60-minütigen Führung durch die Dauerausstellung setzen sich die Teilnehmenden zudem mit den Methoden der Quellenanalyse historischer Fotografien auseinander. Sie sollen auch für die Rolle der Fotografie in der modernen Gesellschaft sensibilisiert werden. Damit kann der Workshop als fächerübergreifendes Lernprojekt angelegt werden. Die erstellten Fotos bieten zahlreiche Anknüpfungspunkte für die Weiterarbeit in der Schule an und können bei Bedarf digital bereitgestellt werden. Kameras bzw. Smartphones müssen mitgebracht werden.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Seminaren sowie einen Überblick über Methoden und Materialien.